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Integration (Liebe zur Heimat)  Koexistenz und Verpflichtung zu Grundlagen

 

Liebe zur Heimat im Islam:

Zweifelsohne hat die Liebe zur Heimat eine große Bedeutung im Islam. Dies ist eine menschliche Veranlagung. Allah erschafft den Menschen mit dieser Veranlagung. Der Prophet (Allah segne ihn und schenke ihm Wohlergehen!) liebte seine erste Heimat Mekka sehr und war sehr traurig bei seiner Auswanderung aus Mekka. Wenn die Leute von Mekka den Propheten nicht vertrieben hätten, hätte er Mekka sicher nicht verlassen.  Denn es war ja seine Heimat, in der er aufgewachsen war. Nach seinen eigenen Worten war es das beste Land in seinem Herzen. Als die Sehnsucht nach Mekka sich verstärkte, sagte Allah der Hocherhabene zu ihm:

Wahrhaftig! DER dir den Quran verpflichtend gemacht hat, wird dich sicher zu einem Ort der Wiederkehr zurückkehren lassen.

 (Sure 28:85)

Als der Prophet (Allah segne ihn und schenke ihm Wohlergehen!) von Mekka nach Medina auswanderte, bat er Allah, dass ER ihn Medina lieben lassen möge, wie ER ihn Mekka habe lieben lassen, Allah der Hocherhabene erhörte seine Bitte. Immer wenn er von einer Reise nach Medina zurückkehrte, blickte er auf die Mauern von Medina und veranlasste wegen seiner Liebe zu Medina sein Reitkamel, dass es schnell läuft.

Auch ´?iša (möge Allah an ihr Wohlgefallen finden!) sehnte sich nach ihrer Heimat nach der Auswanderung und fragte immer die aus Mekka Ankommenden nach den Angelegenheiten der Heimat.

Der oberste Gesetzgeber Allah begründet sogar das Empfinden von Mühsal bei einer Reise mit der Liebe zur Heimat, indem ER sagt:

Wenn WIR ihnen vorschrieben: „Tötet euch oder zieht aus euren Wohnstätten aus“, täten sie es nicht, außer wenige von ihnen...

(Sure 4:66)

 ER verbindet also den Selbstmord und dem Verlassen der Heimat, denn die Seele sehnt sich stark nach den Angehörigen und der Heimat, die der Reisende verließ, als ob seine Seele ihn verlassen könnte.

Außerdem gibt es im Islam für den Reisenden ein s Bittgebet, das erhört wird, denn das Verlassen der Heimat ist ein Grund für das Brechen des Herzens, wie die Gelehrten sagen, und das Brechen des Herzens zählt zu den wichtigsten Gründen des Erhörens eines Bittgebetes. Wegen dieses angeborenen Stimulus hinsichtlich des Sehnens nach der Heimat und des daraus herrührenden Schmerzes der Seele ist die Vorzüglichkeit der Auswanderung um Allahs willen besonders groß, denn die Auswanderung abstrahiert alles, was die Seele liebt und wozu sie neigt, wie etwa Besitz, Erinnerungen und Annehmlichkeiten des früheren Lebens.

Nationalität und Zugehörigkeit mit der Verpflichtung zu  Grundlagen

Nationalität bedeutet Zugehörigkeit des Menschens zu seiner Heimat und zu seinem Land sowie seine Bindung an sie. Seine Verbundenheit und Relaisierung seiner Zugehörigkeit stellen ihn auf eine Ebene mit seinen Mitmenschen hinsichtlich der Rechte und Pflichten in dieser Heimat. Diese Nationalität ist eine komplexe Mischung aus auf subjektiver Anschauung beruhenden, spirituellen, emotionalen, menschlichen und nationalen Gefühlen. Sie ist auch eine Zugehörigkeit zu einer Heimat respektive zu einem Volk. Des Weiteren ist sie eine komplete Mitgliedschaft in dieser Gesellschaft mit allem, was es in ihr an Verantwortung und ehrenden Auszeichnungen gibt.

Nationalität ist ein Universalbegriff, der die Menschen gleichstellt und die Unterschiede der Rasse, des Geschlechts und der Hautfarbe unter der Fahne der einen Heimat aufhebt. Die Nationalität im Islam widerspricht nicht der Zugehörigkeit zur islamischen Umma, denn die Bereiche der Zugehörigkeit sind vielfältig. Sie sind nicht konträr, sondern miteinander verknüpft. Der Mensch ist zuerst stolz auf seine Zugehörigkeit zur Menschheit; er gehört sowohl zu seiner Heimat als auch zu seiner Sprache. Für diese Zugehörigkeit stellte die islamische Gesetzgebung  allerdings Regeln auf, damit es kein Überschreiten der Grenzen gibt. So verbietet sie etwa Fanatismus hinsichtlich der Herkunft oder das Prahlen mit ihr gegenüber  Anderen. Die islamische Gesetzgebung stellt den Araberund dem Nichtaraber in den Rechten und Pflichten gleich, damit die Sprache nicht ein Vorwand für Feindlichkeit unter den Muslimen ist. In der islamischen Gesetzgebung basiert ein eventueller Vorzug nur auf der Grundlage von Demut in Ehrfurcht gegenüber Allah. Der ehrwürdige Quran erwähnt, dass alle Menschen von einer Seele erschaffen sind. In der Sunna des Propheten heißt es: Alle Menschen stammen von Adam ab und Adam wurde aus Staub erschaffen.

Der Islam hält mit Nachdruck zu Zusammenschluss  und Einheit an und lehnt Auseinandergehen  und Zersplitterungen ab. Der Gesandte Allahs verglich die Zugehörigkeit der Muslime zueinander mit einem einzigen Körper: Wenn ein Gliedmaß unter einem Schmerz leidet, klagen auch andere Gliedmaßen über diesen Schmerz.

Der Islam erhebt die Liebe eines Muslims zu einem  anderen Muslim zu einer Voraussetzung des Glaubens und nennt mehrere bestimmende Faktoren, die das Ansehen der Heimat stärken und diese schützen sowie die Voraussetzungen für die Nationalität darlegen, damit eine Zugehörigkeit eine andere nicht überwiegt. Zu diesen bestimmenden Faktoren gehören die folgenden:

Handeln nach dem Offenbarungsbuch Allahs und der Sunna SEINES  ehrwürdigen Propheten:

Der Quran ist wahrhaftig ein allumfassendes Offenbarungsbuch und enthält nichts Gewundenes. Allah macht ihn zu einer Barmherzigkeit für die Menschen. Ferner offenbart ER in ihm Beispiele, Lehren, Ermahnungen sowie Gebote und Verbote. Wenn die Menschen all dies ernst nehmen und es in ihrem Leben praktizieren, gewinnen sie im Diesseits und im Jenseits. Die Sunna SEINES Propheten (Allah segne ihn und schenke ihm Wohlergehen!) erklärt ambige Dinge. Allah ordnet uns an, dass wir IHM und SEINEM Propheten gehorchen.  Der Prophet wies uns an, dass wir seiner Sunna und der Verhaltensweise der rechtgeleiteten Kalifen nach ihm folgen Es ist bekannt bei den Muslimen, dass der Quran und die Sunna die beiden ersten Quellen der Gesetzgebung und der Rechtsnormen im Islam sind. Sie müssen die oberste Autorität für die Gesetzgebung und Verfassung des muslimischen Heimatlandes bilden.

Gehorsam gegenüber Führungspersönlichkeiten:

Unsere wahre Religion weist uns im ehrwürdigen Quran an, Führungspersönlichkeiten zu gehorchen. Zu diesem Personenkreis zählen Herrscher und ihre Stellvertreter, aber auch  Wissenschaftler und Gelehrte. Der Gehorsam ihnen gegenüber ist Pflicht, solange er nicht zu einer Sünde gegenüber Allah dem Allmächtigen und Majestätischen führt. Der Islam weist uns an, dass wir sie in allen Dingen unterstützen. Denn ihre Unterstützung gilt als ein Unterstützung für alle Muslime. Wir sollen ferner den führenden Persönlichkeiten Ratschläge geben und sie beispeislweise vor einem Feind oder einem Neider warnen. Und der Muslim soll sie mit Wort und Tat verteidigen, denn ihre Stärkung bedeutet auch eine Stärkung der Heimat.

Fernhalten von Streit und Trennung

Der Islam kam, um die Menschen von den Finsternissen heraus hin zum Licht zu bringen. Er beseitigt Ignoranz und Unwissen der Menschenund lässt sie nicht auseinanderlaufen, sondern zusammenkommen. Die Muslime sind aufgefordert, an der Religion Allahs festzuhalten und nicht auseinanderzugehen, nachdem Allah ihre Herzen zusammenführte. Auf diese Weise macht Allah die Muslime zu Geschwistern im Islam und betont sogar diese Brüderlichkeit.

Ein Muslim soll seinen Mitmenschen nicht missachten. Jeder Muslim ist angewiesen, seinen Bruder zu lieben, wie er sich selbst liebt. Der Islam fokussiert auf das Ächten von Zersplitterung und Aufruhr, denn Derartiges führt zu großem Übel.

Schützen der Heimat und des Staatsbürgers

Der ehrwürdige Quran berichtet uns von absoluter Sicherheit. Die Menschen sollen im Diesseits ein sicheres Leben führen, was sich auch auf ihren Intellekt, ihre Ehre, und ihr Vermögen bezieht. So werden sie auch im Jenseits vor Qualen sicher sein. Unser Prophet Abraham (Friede sei mit ihm!) bat Allah darum, dass ER seine Angehörigen und seine Heimat sichert, bevor er um Lebensunterhalt bat, denn Sicherheit ist die Grundlage eines guten Lebens. Das Vermögen ist wertlos, wenn es keine Sicherheit gibt. Unser Prophet Muhammed (Allah segne ihn und schenke ihm Wohlergehen!) sprach über diese Bedeutung und erwähnte, wer Gesundheit, Sicherheit und Lebensunterhalt eines Tages hat, hat das Leben im Diesseits..

 1.       Wahrung des Vermögens der Heimat und deren Errungenschaften:

Alles, was es in der Heimat an  Zivilisation, Altentümern und allgemeinen Stiftungen mit deren verschiedenen Bereichen gibt,  gehört dem Volk. Deswegen soll jedes Individuum die Heimat schützen wie das eigene Haus. Unsere wahre Religion weist uns an, das öffentliche Eigentum zu schützen, und wer dies vernachlässigt, gilt als Veruntreuer.

2.      Weg der Mitte beim Umgang mit den Geschöpfen Allahs – und zwar mit Muslimen wie auch mit  Nicht-Muslimen:

Allah ehrt die Umma des Islam, indem ER sie zu einer Gemeinschaft der Mitte macht, so dass sie Zeuge für alle Völker wird. Der ehrwürdige Prophet Muhammad (Allah segne ihn und schenke ihm Wohlergehen!) hielt  seine Umma immer zum Weg der Mitte und zum Sparen in allen Angelegenheiten auf, wie etwa beim Essen, beim Trinken, bei derKleidung usw. Er verbot Schroffheit und Kaltherzigkeit.

Darüber hinaus sollen Muslime ganz allgemein der Sunna des Propheten bei ihrem Umgang mit ihren Mitmenschen aus den Reihen der Nicht-Muslime in der Heimat befolgen. Wer dies nicht tut und lediglich seinen Neigungen und Interessen folgt, befindet sich dem Islam zufolge auf einem Irrweg.

Koexistenz und Integration

Zu den wichtigsten Pflichten gegenüber der Heimat gehören Unterstützung und Aufrichtigkeit  hinsichtlich der Heimat, der Liebe zu ihr und ihrer Bewohner, seien diese nun Muslime oder Nicht-Muslime; denn sie teilen das Leben und die Sicherheit, und wenn es eine Gefahr gibt, leiden beide zusammen darunter. Der Islam verbietet hingegen das Unterstützen von  Feinden unter den Nicht-Muslimen.

Es gibt im Islam einige Grundlagen für die Koexistenz mit den Nicht-Muslimen:

1.       Die menschliche Einheit: Die islamische Religion bestätigt, dass die Menschen ein einziges Volk bildeten und aus einer Seele erschaffen wurden und unser Prophet Adam (Friede sei mit ihm!) der Vater der Menschheit ist. Somit haben alle Menschen eine brüderliche menschliche Beziehung zueinander.  Als Allah der Allmächtige und Majestätische unseren Propheten Muhammed (Allah segne ihn und schenke ihm Wohlergehen!) sandte, sandte ER ihn für alle Menschen als eine Barmherzigkeit für die Welt – mit der Botschaft, dass ihr Herr ein Eins-Seiender ist. Allah erschafft die Menschen, damit sie die Erde kultivieren. Der Islam macht die Menschen zu Völkern und verschiedenen Stämmen, damit sie einander kennen lernen. Der Islam bestätigt das Prinzip der Vielzahl an Gesetzesbestimmungen im Verlauf der menschlichen Geschichte und auch, dass die Propheten Brüder und ihre Gesetzgebungen unterschiedlich sind; ihre Religion ist jedoch ein und dieselbe. Allah der Allmächtige und Majestätische ehrt den Menschen hinsichtlich dessen Geschlechts, Religion oder seiner Glaubensrichtung.

Wie könnten wir damit nicht koexistieren?

2.      Glaubensfreiheit: Allah der Allmächtige und Majestätische teilt uns in SEINEM ehrwürdigen Offenbarungsbuch mit, dass es keinen Zwang in der Religion gibt und dass die Religion bei Allah der Islam ist. Allah hat die Gesandten zu uns wegen der Rechtleitung geschickt. ER lässt uns jedoch die Entscheidungsfreiheit. Wenn ER wollte, dass alle Menschen den Islam annehmen, könnte ER sie alle rechtleiten. ER bringt indes das Prinzip der Prüfung und Heimsuchung, des Belohnens und des Bestrafens sowie des Paradieses und der Hölle. Zudem verbietet der Islam das Verspotten dessen, was Andere anbeten respektive an was sie glauben, und garantiert Andersdenkenden das Recht auf Leben, Besitz und Gotteshäuser.

3.      Recht auf Leben für alle Menschen: Staatsangehörigkeit und Glaubensfreiheit erfordern das Recht auf Leben für alle Bürger der Heimat  ohne Differenzierung unter ihnen wegen einer Religion oder einer Hautfarbe. Die Nicht-Muslime konnten unter dem Schutz des islamischen Staates stets in Sicherheit leben. Dabei werden ihr Leben, ihre Nachkommenschaft und ihr Vermögen geschützt. Es ist ihnen erlaubt, ihre Religion und ihre religiöse Riten zu praktitzieren. Als der islamische Staat in Medina zu Lebzeiten des Propheten (Allah segne ihn und schenke ihm Wohlergehen!) entstanden war, gewährte der Prophet den Nicht-Muslimen Schutz. Als eine Delegation der Christen von Nadschran nach Medina kam, erlaubte der Prophet  ihnen, in der Prophetenmoschee das Oster-Gebet zu verrichten. Ebenso schrieb cUmar Ibn Al-?a???b (möge Allah an ihm Wohlgefallen finden!) einen Schutzvertrag zu Gunsten der Christen in Jerusalem.

4.     Gerechtigkeit und Recht: Die Religion des Islam errichtet einen Staat der Gerechtigkeit und gibt jedem in ihm sein Recht, wobei er keinen Unterschied zwischen einer Person und einer anderen wegen deren Religion macht. Der Islam verbietet Ungerechtigkeit und Unterdrückung sogar gegenüber Feinden.

Der Quran teilt uns mit, dass die Leute der Schrift, also Juden und Christen, nicht gleich sind.  Unter ihnen gibt es gläubige und vertrauensvolle Menschen, die eine große Menge Geldes, wenn man ihnen diese anvertraust, einem auch wieder aushändigen. cUmar Ibn Al-?a???b der Gerechte (möge Allah an ihm Wohlgefallen finden!) unterschied bei seiner Rechtsprechung niemals zwischen einem Muslim und einem Juden. Als eine Frau vom Stamm der  Ma?z?m gestohlen hatte, sprachen einige mit dem Propheten Muhammad (Allah segne ihn und schenke ihm Wohlergehen!), dass er diese Frau lassen solle; da tadelte er sie und teilte ihnen mit, dass frühere Völker untergegangen sind, weil sie im Recht zwischen dem Reichen und dem Armen unterschieden. Dann sagte er: „Bei Allah! Würde F??ima, die Tochter Muhammads, stehlen, würde Muhammad ihre edle Hand abtrennen!“

Alle im Islam sind also hinsichtlich der Rechtsprechung gleich.

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