LUQMĀN DER WEISE

LUQMĀN DER WEISE

 

Der Vater rief Hasan und sagte: „Komm mal, Hasan! Ich will mich mit dir unterhalten.“
Hasan freute sich darüber und sagte: „Gerne, Papa!“
Der Vater: „Lieber Hasan! Hast du von Luqmān dem Weisen gehört?“
Hasan: „Ja, ich hab gehört, dass Luqmān ein sehr weiser Mann sein soll, aber ich kenne ihn nicht persönlich. Ich hab ihn noch nicht gesehen.“
Der Vater entgegnete lächelnd: „Natürlich hast du ihn nicht gesehen, weil er ja zur Zeit des Propheten David gelebt hat.“
Hasan: „Ach so! Dann erzähl mir bitte mehr über Luqmān den Weisen und warum man ihn überhaupt den Weisen nennt!“
Der Vater: „Roger! Luqmān lebte in Ägypten und war ein Sklave, aber er war dafür bekannt, dass er immer nachdenkt, nicht so viel redet und stets eine gute Meinung über Andere hatte. Deshalb hat er den Namen der Weise verdient. Und Allah sagt sogar im Quran, dass ER Luqmān die Weisheit gab. Auch gibt es eine Sure im Quran, nämlich die 31., die den Namen Luqmān trägt.“

Hasan: „O wie schön! Kannst du mir bitte ein Beispiel für seine Weisheit nennen?“
Der Vater: „Ja, natürlich! Ich erkläre dir, was in der 31. Sure steht. Luqmān hat in seinem Leben viel gelernt und wollte, dass sein Sohn auch weise wird, und deshalb hat er seinem Sohn viele weise Ratschläge gegeben.“
Hasan: „Dann erzähl mir bitte, Papa!“
Der Vater: „Zum Beispiel hat Luqmān zu seinem Sohn gesagt:

O mein Sohn, geselle Allah nichts bei, denn Götzendienst ist wahrhaftig ein gewaltiges Unrecht…
(Sure 31:13)

Hasan: „Und deshalb sind wir Muslime. Allah sei Dank!“
Der Vater: „Ja! Genau! Luqmān hat seinem Sohn in den diesem Vers folgenden Versen noch weitere wichtige weise Ratschläge gegeben, dass man nämlich mit seinen Eltern in rechter Weise umgeht und ihnen gegenüber pietätvoll ist, selbst wenn die Eltern Kafirn sind.“
Hasan: „Und was soll man tun, wenn die Eltern Kafirn sind und von ihrem muslimschen Sohn etwas fordern, was haram ist?“
Der Vater: „Gute Frage, lieber Sohn! Das hat Luqmān seinem Sohn auch als weisen Ratschlag gegeben. Wenn also die Eltern vom Sohn etwas fordern, was haram ist, soll der Sohn ihnen nicht gehorchen, aber gleichzeitig mit ihnen in respektvoller Weise umgehen und ihnen gegenüber Pietät zeigen und vielleicht versuchen, sie mit schönen, milden Worten zu überzeugen.“
Hasan: „Das ist schön, und ich mach das immer mit Mama, wenn sie sagt, dass ich nicht spielen darf, dann sag ich: »Bitte Mama! Ich hab meine Hausaufgaben gemacht, dann erlaube mir bitte, dass ich für eine Stunde spiele und ein bisschen Spaß hab und dann lerne ich weiter!«.“
Der Vater: „Das ist nicht schlimm, denn sogar der Prophet hat in verschiedenen Hadithen das Ausruhen empfohlen. Luqmān hat seinem Sohn ferner den weisen Ratschlag gegeben, dass der Sohn das Rechte gebieten und das Verwerfliche verbieten sowie alles, was ihn trifft, standhaft und geduldig ertragen soll.“
Hasan: „Das tat der Prophet Muhammad immer am Anfang seines Prophetenamtes, als die Kafirn ihn unterdrückt hatten.“
Der Vater: „Super, Hasan! Und schließlich gibt es noch einen weiteren weisen Ratschlag, der zu den wichtigsten Aspekten des Islam gehört, und der lautet, dass man nicht extrem sein soll, weil der Islam eine Religion des Mittelwegs ist.“
Hasan: „Papa! Was bedeutet extrem? Und wie sieht dieser Mittelweg des Islam aus?“
Der Vater: „Lieber Hasan! Es ist jetzt Zeit, das Nachmittagsgebet zu verrichten. Und nach dem Gebet sprechen wir darüber, so Allah will.“

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